Sellerie

Herbstsuppen mit Wurzelgemüse: 6 Rezepte aus einer Kiste

Die Kiste vom Dienstag steht noch halb voll auf der Anrichte. Drei Pastinaken mit Erde an den Spitzen, ein Bund Möhren mit dem Grün noch dran, eine Sellerieknolle, so groß wie eine Faust, und ganz unten eine Steckrübe, die aussieht, als würde sie sich vor Kälte fürchten. Genau dieses Gemüse ist der Grund, warum der Herbst die beste Suppenzeit des Jahres ist. Wurzelgemüse verträgt lange Kochzeiten, wird cremig statt matschig und schmeckt umso besser, je kälter es draußen wird. Hier sind sechs Suppen, die aus genau diesem Kisteninhalt entstehen, plus die Grundformel, mit der auch ohne Rezept etwas Gutes im Topf landet.

Die Grundformel: So wird aus Restgemüse eine Suppe

Jede gute Wurzelgemüse-Suppe folgt im Kern demselben Muster, egal welche Sorte gerade übrig ist. Eine Zwiebel andünsten, das Wurzelgemüse klein schneiden und mitdünsten, mit Brühe ablöschen, weich köcheln, pürieren, abschmecken. Wer sich diese fünf Schritte merkt, braucht für die meisten Reste kein Rezept mehr.

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Bunte Wurzelgemüse-Suppe nach Gefühl (4 Portionen):

  • 1 Zwiebel
  • ca. 800 g gemischtes Wurzelgemüse (was gerade da ist: Möhren, Pastinaken, Sellerie, Petersilienwurzel)
  • 1 Kartoffel für die Bindung
  • 1 Esslöffel Öl oder Butter
  • 1 Liter Gemüsebrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer, ein Schuss Sahne oder Kokosmilch nach Geschmack

Zubereitung:

  1. Zwiebel würfeln und in Öl glasig dünsten.
  2. Wurzelgemüse und Kartoffel schälen, grob würfeln und mitdünsten, bis es leicht Farbe annimmt.
  3. Mit Brühe aufgießen, Lorbeerblatt dazugeben und 20 bis 25 Minuten köcheln, bis alles weich ist.
  4. Lorbeerblatt entfernen, pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken, nach Belieben mit Sahne verfeinern.

Das ist die Basis. Die folgenden fünf Rezepte bauen darauf auf, mit eigenem Charakter je nach Sorte.

Pastinakensuppe mit Kartoffel

Pastinaken schmecken nussig und leicht süßlich, wer sie zum ersten Mal kocht, ist meist überrascht, wie wenig sie mit dem faden Ruf von Wurzelgemüse zu tun haben. In Kombination mit Kartoffel wird die Suppe angenehm sämig, ganz ohne Sahne.

Zutaten (4 Portionen): 500 g Pastinaken, 300 g Kartoffeln, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Liter Gemüsebrühe, 2 Esslöffel Butter, ein Spritzer Zitronensaft, Muskatnuss, Salz, Pfeffer, geröstete Kürbiskerne zum Servieren.

Zubereitung:

  1. Pastinaken und Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden.
  2. Zwiebel und Knoblauch fein hacken, in Butter glasig dünsten.
  3. Pastinaken und Kartoffeln dazugeben, kurz mitdünsten, mit Brühe aufgießen.
  4. 20 Minuten köcheln, bis das Gemüse weich ist.
  5. Pürieren, mit Muskat, Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken.
  6. Mit gerösteten Kürbiskernen servieren.

Wer wissen möchte, warum Pastinaken im Kühlschrank monatelang halten und wie man die richtige Größe erkennt, findet die Details im Pastinaken-Lexikon.

Selleriecremesuppe mit Apfel

Sellerie polarisiert, das ist bekannt. In dieser Suppe wird die kräftige Knolle durch einen Apfel abgemildert, der der Suppe eine feine Süße gibt, ohne dass sie süß schmeckt. Selbst Sellerie-Skeptiker greifen bei dieser Version meist zweimal zu.

Zutaten (4 Portionen): 1 Sellerieknolle (ca. 600 g), 1 säuerlicher Apfel, 1 Zwiebel, 1 Liter Gemüsebrühe, 100 ml Sahne, 1 Esslöffel Butter, ein Schuss Weißwein (optional), Salz, Pfeffer, geröstete Haselnüsse zum Servieren.

Zubereitung:

  1. Sellerie schälen und würfeln, Apfel schälen, entkernen und ebenfalls würfeln.
  2. Zwiebel in Butter andünsten, Sellerie dazugeben, 5 Minuten mitdünsten.
  3. Mit Weißwein ablöschen, kurz einkochen lassen, dann mit Brühe auffüllen.
  4. Apfel dazugeben, 20 Minuten köcheln, bis der Sellerie weich ist.
  5. Pürieren, Sahne einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Mit gehackten, gerösteten Haselnüssen bestreuen.

Wie Sie eine Sellerieknolle richtig lagern und woran Sie frische Ware erkennen, steht ausführlich im Gemüse-Lexikon zur Knolle.

Steckrübeneintopf, deftig und ohne viel Aufwand

Die Steckrübe hat ein Imageproblem aus Kriegszeiten, das ihr bis heute anhängt, dabei ist sie eines der unterschätztesten Wintergemüse überhaupt. Als Eintopf mit Kartoffeln und etwas Räuchertofu oder Mettwurst wird sie zur echten Sattmacher-Mahlzeit.

Zutaten (4 Portionen): 1 Steckrübe (ca. 800 g), 400 g Kartoffeln, 2 Möhren, 1 Zwiebel, 150 g Räuchertofu oder Mettenden, 1,2 Liter Gemüsebrühe, 1 Esslöffel Öl, Majoran, Salz, Pfeffer.

Zubereitung:

  1. Steckrübe, Kartoffeln und Möhren schälen und in Würfel schneiden. Zwiebel fein hacken.
  2. Zwiebel in Öl andünsten, Räuchertofu oder Mettenden dazugeben und kurz mitbraten.
  3. Gemüse dazugeben, kurz mitdünsten, mit Brühe aufgießen.
  4. 25 bis 30 Minuten köcheln, bis die Steckrübe weich, aber nicht zerfallen ist.
  5. Mit Majoran, Salz und Pfeffer abschmecken. Anders als die übrigen Suppen bleibt dieser Eintopf bewusst stückig.

Mehr zur Steckrübe, ihrer Saison und wie sie sich von der Kohlrübe unterscheidet, lesen Sie im Steckrüben-Lexikon.

Möhren-Ingwer-Suppe mit Orange

Diese Suppe ist die schnellste im Feld und dazu die, die auch Kinder meist ohne Diskussion essen. Etwas Orangenschale macht sie im Herbst besonders frisch, wenn draußen schon alles grau wird.

Zutaten (4 Portionen): 6 Möhren, 1 Zwiebel, 3 cm Ingwer, Schale und Saft einer halben Bio-Orange, 800 ml Gemüsebrühe, 100 ml Kokosmilch, 1 Esslöffel Öl, Salz, Pfeffer.

Zubereitung:

  1. Möhren schälen und in Scheiben schneiden, Zwiebel würfeln, Ingwer fein hacken.
  2. Zwiebel in Öl andünsten, Möhren und Ingwer dazugeben, kurz mitdünsten.
  3. Mit Brühe aufgießen, 20 Minuten köcheln, bis die Möhren weich sind.
  4. Orangenschale und Orangensaft dazugeben, pürieren.
  5. Kokosmilch einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Kohlrabi-Curry-Suppe für den schnellen Feierabend

Kohlrabi wird selten in der Suppe gedacht, dabei bringt er eine milde, leicht süße Note mit, die sich hervorragend mit Curry verträgt. Diese Suppe steht in etwa 25 Minuten auf dem Tisch, wenn nach der Arbeit wenig Zeit bleibt.

Zutaten (4 Portionen): 2 Kohlrabi, 1 Zwiebel, 1 Teelöffel Currypulver, 400 ml Kokosmilch, 500 ml Gemüsebrühe, 1 Esslöffel Öl, Saft einer halben Limette, Salz, Koriandergrün zum Servieren.

Zubereitung:

  1. Kohlrabi schälen und würfeln, Zwiebel fein hacken.
  2. Zwiebel in Öl andünsten, Currypulver kurz mitrösten, bis es duftet.
  3. Kohlrabi dazugeben, mit Brühe und Kokosmilch aufgießen.
  4. 15 Minuten köcheln, bis der Kohlrabi weich ist.
  5. Pürieren, mit Limettensaft und Salz abschmecken, mit Koriandergrün servieren.

Suppen einfrieren und einkochen

Wurzelgemüse-Suppen sind ideal zum Vorkochen, weil sie beim Wiederaufwärmen kaum an Geschmack verlieren, manche werden sogar runder. Zum Einfrieren die Suppe vollständig abkühlen lassen, in Portionsbehälter füllen und bis zu drei Monate lagern. Milchprodukte wie Sahne besser erst nach dem Auftauen einrühren, sonst kann die Konsistenz leicht flockig werden. Wer lieber einkocht statt einfriert, füllt die heiße Suppe randvoll in sterilisierte Gläser, verschließt sie sofort und stellt sie für 30 Minuten bei 90 Grad ins Wasserbad oder den Einkochtopf. So halten sich die Gläser kühl und dunkel gelagert mehrere Monate und sind an einem hektischen Wochentag in wenigen Minuten aufgewärmt.

Welche Kiste liefert was

Pastinaken, Möhren und Sellerie gehören zu den zuverlässigsten Herbstlieferungen und finden sich in fast jeder Gemüsekiste zwischen September und November. Steckrüben und Kohlrabi kommen etwas unregelmäßiger, meist dann, wenn die Ernte gerade reif ist. Wer für alle sechs Suppen gerüstet sein will, greift am besten zur größeren Kistenvariante, dort ist die Chance höher, dass mehrere Wurzelgemüse gleichzeitig im Karton liegen. Ansonsten gilt: was diese Woche nicht dabei ist, kommt in der nächsten, der Kreislauf des Saisonkalenders sorgt ohnehin dafür, dass jede Sorte irgendwann wieder an der Reihe ist.

Häufige Fragen

Wie lange halten sich diese Suppen im Kühlschrank?

Gut verschlossen etwa drei bis vier Tage. Der Geschmack verändert sich dabei kaum, bei manchen Sorten wie der Selleriecremesuppe wird er sogar runder, weil sich die Aromen setzen.

Kann ich die Suppen auch vegan zubereiten?

Ja, bei allen sechs Rezepten lässt sich Sahne problemlos durch Kokosmilch oder ungesüßte Hafersahne ersetzen. Beim Steckrübeneintopf einfach den Räuchertofu statt der Mettenden verwenden, dann bleibt auch der Eintopf komplett pflanzlich.

Welches Wurzelgemüse eignet sich am besten zum Einfrieren?

Pürierte Suppen aus Pastinaken, Möhren oder Sellerie frieren am zuverlässigsten ein, ihre Konsistenz bleibt nach dem Auftauen fast unverändert. Der stückige Steckrübeneintopf lässt sich zwar auch einfrieren, wird aber nach dem Auftauen etwas weicher als frisch gekocht.

Eine Kiste, sechs Suppen: Wer nicht jede Zutat einzeln zusammensuchen möchte, findet Pastinaken, Möhren, Sellerie und die übrigen Wurzelgemüse gebündelt in der Gemüsekiste im Abo. Wer eine cremige Kürbisvariante sucht, wird zusätzlich in unseren Kürbiscremesuppen-Rezepten fündig, und für jede weitere Woche mit neuem Kisteninhalt lohnt sich ein Blick in die Rezepte für Ihre Gemüsekiste, wo laufend neue Ideen dazukommen.

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