Saisonkalender Juni: Obst und Gemüse der Saison

Saisonkalender Juni: Dieses Obst und Gemüse hat jetzt Saison

Auf der Arbeitsplatte liegen noch drei Spargelstangen vom Wochenende, daneben steht schon die Schale mit den ersten Erdbeeren. Der Juni ist der Monat, in dem sich die deutsche Saison von einem Kapitel ins nächste dreht: Bis zum 24. Juni, dem Johannistag, wird Spargel gestochen und Rhabarber geerntet, danach ist für dieses Jahr Schluss. Gleichzeitig kommen die Felder in Fahrt, auf denen alles wächst, was Wärme und lange Tage braucht. Wer wissen möchte, was gerade wirklich aus deutschem Anbau kommt, statt sich auf ein Symbolbild vom Hochsommer zu verlassen, findet hier die Antwort für diesen Monat: was vom Freiland stammt, was aus dem geschützten Anbau, was noch im Lager liegt und was diese Woche tatsächlich in der Bauerntüte steckt.

Juni-Gemüse im Überblick

Was jetzt frisch vom Feld kommt. Der Juni bringt die erste große Welle des Freilandgemüses. Kopfsalat, Eichblattsalat und Romana stehen in voller Ernte, dazu Spinat aus dem zweiten Satz, Mangold, Radieschen und Rettich. Bundmöhren kommen mit Grün und wesentlich zarter aus der Erde als die Lagermöhren des Winters. Kohlrabi hat jetzt seine beste Zeit, solange die Knollen klein und saftig sind und noch nicht holzig werden. Bei den Kohlarten stehen Spitzkohl, früher Weißkohl, Blumenkohl und die ersten Brokkoli-Köpfe bereit. Frühkartoffeln werden ab Mitte Juni gerodet, oft mit so dünner Schale, dass sich das Schälen erübrigt.

Was hat gerade Saison?

Einmal im Monat: was gerade geerntet wird, ein Rezept dazu und Angebote aus unserem Hofsortiment. Abmeldung jederzeit mit einem Klick.

Was gerade erst anfängt. Zuckerschoten und Erbsen laufen im Juni auf, Buschbohnen folgen frühestens gegen Monatsende, in vielen Jahren erst im Juli. Zucchini aus deutschem Freiland startet je nach Witterung Mitte bis Ende des Monats, davor kommt die Ware aus dem Folientunnel. Ähnlich ist es bei Gurken: Schlangengurken stammen im Juni fast immer aus dem geschützten Anbau, Einlegegurken vom Freiland kommen erst gegen Juli. Auch Fenchel und Frühlingszwiebeln sind ab Juni verlässlich dabei, Staudensellerie dagegen erst ab Juli.

Was jetzt endet. Spargel wird traditionell nur bis zum 24. Juni gestochen. Der Grund ist kein Aberglaube, sondern Pflanzenphysiologie: Die Pflanze braucht danach rund hundert Tage, um über das Laub genug Reserven für die Ernte im nächsten Frühjahr einzulagern. Wer im Juli noch deutschen Spargel angeboten bekommt, sollte nachfragen, woher er stammt.

Juni-Obst im Überblick

Beim Obst ist der Juni der Monat, in dem die deutsche Saison nach einem langen Winter endlich wieder eigenständig wird. Erdbeeren aus dem Freiland stehen in der Hauptsaison, mit dem größten Aroma bei den Sorten, die vollreif gepflückt und schnell ausgeliefert werden. Süßkirschen beginnen meist ab Mitte Juni, zuerst die frühen Sorten, die noch etwas weicher sind als die späten Knorpelkirschen im Juli. Johannisbeeren tragen ihren Namen nicht zufällig: Rote und weiße Sorten reifen um den Johannistag herum, schwarze folgen kurz danach. Dazu kommen Stachelbeeren, die grün geerntet gut zum Einkochen taugen und ausgereift roh gegessen werden. Himbeeren aus deutschem Anbau setzen gegen Ende Juni ein, Kulturheidelbeeren reifen hierzulande erst ab Juli und sind im Juni durchweg Importware.

Rhabarber gehört botanisch zum Gemüse, landet in der Küche aber fast immer im Kuchen. Für ihn gilt dieselbe Grenze wie für den Spargel: Nach dem 24. Juni wird nicht mehr geerntet, damit die Staude sich erholt. Der steigende Oxalsäuregehalt im Sommer ist ein zweiter Grund, warum die Ernte früh endet, wie im Rhabarber-Lexikon genauer beschrieben.

Was jetzt aus deutschem Anbau kommt und was aus dem Lager

Der Juni ist der Monat, in dem sich das Lager leert. Die Kartoffeln der letzten Ernte gehen zur Neige und werden von den Frühkartoffeln abgelöst, die Lagerzwiebeln vom vergangenen Herbst bekommen Gesellschaft von frisch geernteten Frühlingszwiebeln. Bei Möhren und Weißkohl laufen alte und neue Ernte für ein paar Wochen nebeneinander her, und bei Äpfeln stammt praktisch alles Deutsche aus dem Kühllager der vergangenen Saison. Diese Äpfel werden bei niedrigen Temperaturen und reduziertem Sauerstoff gelagert, weshalb sie fest bleiben, aber an Aroma verlieren. Die ersten Frühäpfel der neuen Ernte kommen erst ab Ende Juli.

Frischware ist im Juni dagegen fast alles andere: Salate, Kohlrabi, Radieschen, Erbsen, Erdbeeren und Kirschen kommen in der Regel wenige Stunden bis wenige Tage vor der Lieferung vom Feld. Und dann gibt es die dritte Gruppe, die weder Lager noch Freiland ist: Tomaten, Paprika, Auberginen und Schlangengurken aus deutschem Gewächshaus- oder Folienanbau. Sie sind regional, aber eben nicht vom Acker. Beides hat seine Berechtigung, wichtig ist nur, dass die Herkunft benannt wird und nicht unter dem Wort „saisonal“ verschwindet.

Drei Rezeptideen für Juni-Gemüse

Frühkartoffeln mit Kräuterquark und Radieschen. Die Kartoffeln ungeschält in Salzwasser garen, den Quark mit Schnittlauch, Petersilie, etwas Öl und einem Spritzer Zitrone glattrühren, Radieschen in dünne Scheiben hobeln und darüber geben. Das Gericht braucht keine zwanzig Minuten und lebt davon, dass die Kartoffeln wirklich neu sind.

Kohlrabi-Erbsen-Pfanne mit Minze. Kohlrabi in Stifte schneiden, in Butter anschwitzen, bis er Farbe nimmt, dann die frischen Erbsen oder Zuckerschoten dazu und nur kurz mitgaren. Zum Schluss abgezogene Minzeblätter und etwas abgeriebene Zitronenschale unterheben. Wer das Kohlrabigrün hat, schneidet es fein und gibt es mit in die Pfanne.

Grüner Salat mit Erdbeeren und geröstetem Kern. Kopfsalat oder Eichblatt waschen und trockenschleudern, halbierte Erdbeeren daruntermischen, dazu eine Vinaigrette aus mildem Essig, Öl, Salz und einer Prise Pfeffer. Ein paar in der trockenen Pfanne geröstete Sonnenblumenkerne geben den nötigen Biss. Die Kombination klingt ungewohnt und funktioniert, weil die Erdbeere im Juni säurebetont genug ist, um nicht wie Nachtisch zu schmecken.

Was diese Woche in der Bauerntüte steckt

In einer typischen Juni-Kiste liegen gerade ein Kopfsalat, Bundmöhren mit Grün, ein Kohlrabi, ein Bund Radieschen, Frühkartoffeln, eine Schale Erdbeeren und je nach Lieferwoche die ersten Zuckerschoten oder eine frühe Zucchini. Gegen Monatsende kommen häufig Kirschen oder Johannisbeeren dazu. Was genau in der Kiste ist, hängt von der Ernte der jeweiligen Woche ab und schwankt deshalb. Genau das ist der Unterschied zum Supermarktregal, das im Januar aussieht wie im Juni: Eine Kiste zeigt, was gerade wächst, nicht was ganzjährig verfügbar gehalten wird.

Ausblick Juli

Im Juli übernimmt das Fruchtgemüse. Tomaten aus deutschem Anbau werden verlässlich, Zucchini kommen in Mengen, Einlegegurken starten, und die ersten Buschbohnen sind da. Beim Obst folgen auf die Erdbeeren die späten Süßkirschen und die Sauerkirschen, dazu Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren und gegen Ende des Monats die ersten Mirabellen. Spargel und Rhabarber sind dann bereits Vergangenheit, dafür wird die Auswahl auf dem Feld so breit wie im ganzen Jahr sonst nur im September.

Häufige Fragen zum Juni-Saisonkalender

Welches Obst hat im Juni in Deutschland Saison?

Erdbeeren stehen im Juni in der Hauptsaison, ab Mitte des Monats kommen frühe Süßkirschen dazu. Stachelbeeren folgen ab Mitte Juni, Johannisbeeren und die ersten deutschen Himbeeren gegen Monatsende. Heidelbeeren reifen hier erst ab Juli. Rhabarber wird nur bis zum 24. Juni geerntet.

Warum endet die Spargelsaison am 24. Juni?

Der Johannistag ist keine willkürliche Marke. Die Spargelpflanze braucht nach der letzten Ernte etwa hundert Tage, in denen sie Laub bildet und Reserven in die Wurzel zieht. Ohne diese Ruhephase fällt die Ernte im folgenden Frühjahr deutlich schwächer aus. Für Rhabarber gilt aus vergleichbaren Gründen dieselbe Grenze.

Sind Tomaten und Gurken im Juni schon deutsche Saisonware?

Teilweise. Tomaten, Paprika und Schlangengurken stammen im Juni überwiegend aus deutschem Gewächshaus- oder Folienanbau, nicht vom Freiland. Regional sind sie damit, Freilandtomaten reifen hier aber erst ab Ende Juli, und Schlangengurken bleiben auch dann Gewächshausware. Eine Kiste, die im Juni Tomaten enthält, ist also nicht unehrlich, sollte die Herkunft aber ausweisen.

Was kommt im Juni noch aus dem Lager?

Vor allem Äpfel, die aus der Ernte des Vorjahres im Kühllager liegen, dazu die letzten Kartoffeln und Zwiebeln der alten Ernte sowie Möhren und Weißkohl, solange die neue Ernte noch nicht durchgängig verfügbar ist. Ab Juli spielt Lagerware bei fast allen Sorten kaum noch eine Rolle.

Wer nicht jede Woche selbst zusammensuchen möchte, was gerade Saison hat, bekommt genau diese Auswahl automatisch geliefert: Mit dem Abo für die regionale Gemüsekiste kommt das Juni-Gemüse ohne eigenes Zutun ins Haus, jede Woche neu zusammengestellt nach dem, was gerade wächst. Bundesweit dauert der Versand ein bis drei Werktage.

Frisches Bio-Obst und Gemüse direkt vom Hof

Wir liefern bundesweit: fertig gepackte Kisten oder Ihre eigene Auswahl. Ohne Vertrag, jederzeit pausierbar.

Kisten ansehen
0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert