Saisonkalender April: Dieses Obst und Gemüse hat jetzt Saison
Die Kiste steht auf dem Küchentisch, und auf den ersten Blick sieht sie aus wie im Februar: Möhren, Kartoffeln, eine Knolle Sellerie. Dann fällt der Unterschied auf. Zwischen den Wurzeln liegt ein Bund Radieschen mit noch feuchten Blättern, daneben zwei Stangen Rhabarber, rot und fest. Der April ist der Monat, in dem der deutsche Anbau wieder anläuft, aber er läuft langsam an. Wer wissen möchte, was jetzt wirklich Saison hat, statt sich auf ein Frühlingsbild mit Erdbeeren zu verlassen, findet hier die Antwort: was aus deutschem Freiland kommt, was aus dem geschützten Anbau stammt, was noch aus dem Lager nachgeliefert wird und was diese Woche in der Bauerntüte steckt.
April-Gemüse im Überblick
Aus dem deutschen Freiland kommt im April die erste zarte Welle: Radieschen stehen bereits im Bund, junger Spinat wird geschnitten, dazu treibt Schnittlauch neu aus. Rucola und Frühlingszwiebeln stehen im April meist noch unter Folie, im Freiland starten sie erst im Mai. Bärlauch stammt aus Wildsammlung und Anbau, sein Fenster reicht meist nur bis in den Mai, danach blüht er ab. Postelein und Feldsalat sind Winterware aus überwinterten Beständen und laufen im Lauf des Aprils aus. Bei allem, was im Freiland steht, entscheidet die Witterung mehr als der Kalender: Ein kühler April verschiebt die ersten Schnitte um ein bis zwei Wochen nach hinten.
Ein zweiter Teil der Frischware wächst unter Folie, im Tunnel oder im Gewächshaus. Dazu gehören Kopfsalat, Pflücksalat und Salanova, die ersten Kohlrabi, junger Mangold und gegen Ende des Monats auch die ersten deutschen Salatgurken. Der Spargel ist der bekannteste Fall dieser Gruppe: Er braucht eine Bodentemperatur von rund zwölf Grad, die unter schwarzer Folie deutlich früher erreicht wird als im blanken Damm. Deshalb kommen die ersten Stangen je nach Region und Jahr zwischen Anfang und Mitte April, die Haupternte beginnt aber meist erst gegen Monatsende. Geschützter Anbau ist der Grund, warum im April überhaupt etwas Grünes aus Deutschland auf dem Tisch liegt.
Der dritte und mengenmäßig größte Teil kommt weiterhin aus dem Lager. Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Rote Bete, Sellerie und Pastinaken wurden im Herbst geerntet und seitdem kühl eingelagert. Topinambur ist ein Sonderfall: Die Knollen bleiben über den Winter im Boden und werden bis in den frühen Frühling frisch ausgegraben, lagern lassen sie sich kaum. Wirsing und Weißkohl stammen aus derselben Herbsternte, Porree steht als Winterlauch teils noch draußen im Feld, Chicorée wächst ganzjährig in der Treiberei. Grünkohl und Rosenkohl dagegen sind im April durch. Beide stehen von Herbst bis Spätwinter und werden spätestens im März abgeräumt, bevor sie im Frühjahr in die Blüte schießen.
April-Obst im Überblick
Beim Obst ist der April ehrlich gesagt der karge Monat des Jahres. Aus deutschem Freiland kommt so gut wie nichts Frisches, weil die Obstbäume gerade erst blühen und die Beeren noch Wochen brauchen. Was bleibt, sind Äpfel aus dem Lager, vor allem lagerfeste Sorten wie Boskoop, Jonagold, Braeburn und Pinova. Sie stammen aus der Vorjahresernte und halten sich in sogenannten CA-Lagern, in denen Sauerstoffgehalt, Temperatur und Luftfeuchte geregelt werden, bis in den Frühsommer. Frühe Sorten wie Elstar sind aus deutscher Ernte dagegen längst abverkauft. Bei Birnen läuft die deutsche Lagerware im April aus.
Der Rhabarber ist die eine echte Neuheit dieses Monats. Botanisch ist er ein Stielgemüse, in der Küche wird er wie Obst behandelt, und er ist die erste deutsche Freilandernte des Jahres, die sich süß verarbeiten lässt. Erdbeeren dagegen sind im April fast immer entweder Importware oder stammen aus beheizten Gewächshäusern und Tunneln in besonders milden Lagen. Deutsche Freilanderdbeeren beginnen je nach Jahr Mitte bis Ende Mai. Wer im April Erdbeeren im Regal sieht, sollte auf die Herkunftsangabe schauen.
Was jetzt aus deutschem Anbau kommt und was aus dem Lager
Die Trennung ist im April so deutlich wie in keinem anderen Monat. Frisch geerntet sind Radieschen, Spinat, Rucola, Bärlauch, Salate, Rhabarber und ab Monatsmitte der Spargel. Alles Schwere und Haltbare in der Kiste ist Lagerware: Kartoffeln liegen dann seit rund sechs Monaten, Zwiebeln ebenfalls, Möhren werden in Kisten oder in Erdmieten über den Winter gebracht. Man merkt das an Kleinigkeiten. Lagerkartoffeln beginnen im Frühjahr zu keimen, weil die Knolle aus der Ruhephase kommt, und Möhren verlieren etwas Knackigkeit, ohne dabei schlechter zu werden.
Das ist kein Makel, sondern die Voraussetzung dafür, dass regionales Gemüse überhaupt über den Winter reicht. Die Alternative zu einer Lagermöhre im April wäre eine Möhre aus Südeuropa, nicht eine frisch geerntete deutsche. Sinnvoll ist deshalb, beides zu kombinieren: Lagerware als Grundlage für Suppen, Ofengerichte und Pürees, frische Ware für Geschmack und Struktur.
Drei Rezeptideen für April-Gemüse
Spargelsalat mit Radieschen und Ei. Weißen oder grünen Spargel schälen, in kurze Stücke schneiden und nur wenige Minuten in Salzwasser garen, sodass er noch Biss hat. Lauwarm mit dünn gehobelten Radieschen, einem hart gekochten Ei und einer Vinaigrette aus Zitrone, Senf und Olivenöl anrichten. Er schmeckt lauwarm besser als kalt und kommt ohne Sahnesoße aus, die den Eigengeschmack der ersten Stangen überdecken würde.
Rhabarberkompott mit Vanille. Rhabarber in Stücke schneiden, mit etwas Zucker und einer aufgeschlitzten Vanilleschote bei milder Hitze zugedeckt garen, bis die Stücke zerfallen, aber noch Form haben. Wichtig ist, die Blätter wegzuwerfen, denn nur die Stiele werden verwendet. Das Kompott hält sich einige Tage im Kühlschrank und passt zu Quark, Joghurt oder Grießbrei.
Kartoffelstampf mit jungem Spinat. Lagerkartoffeln in Salzwasser kochen und grob stampfen, den Spinat nur kurz in Butter zusammenfallen lassen und unterheben. Etwas Muskat, etwas Pfeffer, fertig. Ein Gericht, das die beiden Seiten dieses Monats auf einen Teller bringt.
Was diese Woche in der Bauerntüte steckt
In einer typischen April-Kiste liegen gerade Kartoffeln und Möhren aus dem Lager, ein Bund Radieschen, junger Spinat oder ein Kopfsalat, Zwiebeln, je nach Woche Kohlrabi oder Mangold und, sobald die Ernte anläuft, Spargel oder Rhabarber. Was genau darin landet, hängt von der Ernte der jeweiligen Woche ab und schwankt im April stärker als im Hochsommer, weil ein Kälteeinbruch die ersten Schnitte sofort verzögert. Genau das ist der Unterschied zu einem Regal, das im April dasselbe zeigt wie im Juli.
Ausblick Mai
Im Mai dreht sich das Verhältnis. Der Spargel geht in die Hauptsaison und läuft bis zum 24. Juni, dem traditionellen Stichtag, damit sich die Pflanzen erholen können. Dazu kommen die ersten Frühkartoffeln, Kohlrabi und Radieschen aus dem Freiland, Mairübchen und in der zweiten Maihälfte die ersten deutschen Freilanderdbeeren. Frische Erbsen und Zuckerschoten aus deutschem Anbau folgen dagegen erst im Juni. Die Lagerware tritt entsprechend zurück. Wer die komplette Übersicht für jeden Monat sehen möchte, findet sie im Saisonkalender, der laufend um neue Monatsseiten ergänzt wird.
Häufige Fragen zum April-Saisonkalender
Was hat im April Saison?
Aus deutschem Freiland kommen Radieschen, Spinat, Schnittlauch, Bärlauch und Rhabarber, aus dem geschützten Anbau Salate, Rucola, Frühlingszwiebeln, Kohlrabi, Mangold und ab Monatsmitte Spargel. Der größere Teil der Kiste besteht im April weiterhin aus Lagerware, vor allem Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Rote Bete und Sellerie.
Gibt es im April schon Spargel aus Deutschland?
Ja, aber meist zunächst in kleinen Mengen. Die ersten Stangen wachsen unter schwarzer Folie, die den Damm schneller erwärmt, und werden je nach Region und Witterung ab Anfang bis Mitte April gestochen. Die eigentliche Haupternte beginnt regelmäßig erst gegen Ende des Monats.
Warum ist im April so wenig deutsches Obst dabei?
Weil die Obstbäume im April erst blühen und Beeren, Kirschen und Äpfel der neuen Ernte noch Monate brauchen. Deutsches Obst besteht in diesem Monat deshalb fast ausschließlich aus Lageräpfeln der Vorjahresernte, dazu kommt Rhabarber als erste Freilandernte des Jahres.
Ist Lagerware schlechter als frisch geerntetes Gemüse?
Sie ist anders, nicht schlechter. Beim Lagern geht vor allem Vitamin C nach und nach zurück, während Ballaststoffe und Mineralstoffe weitgehend erhalten bleiben. Für Suppen und Ofengemüse ist eine Lagermöhre im April die naheliegende Wahl, für Rohkost greifen Sie besser zu dem, was gerade frisch geschnitten wird.
Wer nicht jede Woche selbst zusammenstellen möchte, was gerade Saison hat, bekommt genau diese Auswahl geliefert: Mit dem Abo für die regionale Gemüsekiste kommt das April-Gemüse ohne eigenes Zutun ins Haus, jede Woche neu zusammengestellt nach dem, was gerade wächst und was das Lager noch hergibt. Kistengröße und Lieferrhythmus lassen sich im Kundenkonto anpassen.




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