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Er ist allseits bekannt und zählt zu einem der berühmtesten Gerichte des Landes: der Kartoffelsalat. Doch was ist es, das dem traditionellen Gericht seine Beliebtheit verdankt? Und welche interessanten Varianten neben dem schwäbischen Kartoffelsalat gibt es noch?

 

Was ist Kartoffelsalat?

Kartoffelsalat ist, wie der Name schon verrät, ein Salat, der hauptsächlich aus gekochten Kartoffeln sowie weiteren Zutaten besteht. Den einen, typisch deutschen Kartoffelsalat gibt es nicht, denn es wird grundsätzlich bei den verschiedenen Zubereitungsarten zwischen Kartoffelsalat mit Mayonnaise und ohne unterschieden. Der aber wohl bekannteste Kartoffelsalat in Deutschland ist der schwäbische Kartoffelsalat. Woraus dieser besteht und wie man ihn zubereitet erfahren Sie im weiteren Verlauf des Beitrags!
Üblicherweise wird Kartoffelsalat lauwarm serviert und verspeist, doch gekühlt dient er wunderbar als Kaltspeise, die bei jeglicher Art von Feier mitgebracht werden kann. Somit kennt der Kartoffelsalat keine Saison und wird das ganze Jahr über zubereitet. Denn nicht nur an Heiligabend kommt das traditionelle Gericht bei vielen Familien mit großer Vorfreude auf den Tisch, sondern auch bei sommerlichen Grillfeiern, Geburtstagen und Parties aller Art.

Kartoffelsalat: nicht nur in Deutschland heiß begehrt

Das herzhafte Gericht zählt nicht nur bei den Deutschen seit Generationen zu einer der meist gegessenen Speisen die auf keinem Buffet fehlen sollte. Er wird auch fleißig in Österreich zubereitet, wo er den Namen Erdäpfelsalat trägt. So auch in der Schweiz: Hier findet man ihn auf diversen Speisekarten unter dem Namen Härdöpfelsalat. In Deutschland trägt er je nach Region einen anderen Namen, der aus dem Dialekt der jeweiligen Region und der dazugehörigen Bezeichnung für die Kartoffel entsteht.
Kartoffelsalat wird schon seit Anfang des 17. Jahrhunderts in Deutschland zubereitet und verzehrt. Bereits in der ersten wissenschaftlichen Beschreibung der Kartoffel wird auf die salatartige Zubereitung mit Essig, Öl und Salz hingewiesen. Die Kartoffel dient als gesunde sättigende Grundlage und der Salat ist schnell gemacht, weshalb Kartoffelsalat zu einem beliebten Gericht der Deutschen wurde.

Kartoffelsalat richtig zubereiten

Für die Zubereitung von Kartoffelsalat werden hauptsächlich festkochende Kartoffeln oder Salatkartoffeln (diese sind vorwiegend festkochend) verwendet. Diese Sorten eignen sich am Besten für die Zubereitung, da die gekochten Knollen bei dem Vermischen aller weiteren Zutaten nicht so sehr zerfallen und für eine angenehme Konsistenz des Salats sorgen. Häufig werden die Kartoffeln auch mehrere Stunden oder sogar einen Tag zum Ziehen beiseite gestellt. Dies wird besonders bei der norddeutschen Variante des Kartoffelsalats, bei der Mayonnaise verwendet wird, gemacht. Bei der süddeutschen Variante werden die Kartoffeln meistens im noch warmen Zustand verarbeitet, weil die jeweilig angemachte Marinade dann besser einzieht. Besonders bei dem Verwenden von gedünsteten Kartoffeln funktioniert diese Methode sehr gut. Wünscht man eine eher sämige Konsistenz des Kartoffelsalats, so bieten sich neben den festkochenden Kartoffeln im Salat auch ein geringer Anteil an mehligkochenden Kartoffeln an. Bei einer alternativen Zerkleinerungsart  werden die Kartoffeln leicht zerstoßen statt geschnitten, wodurch diese leicht zerfallen.

Allgemein gilt: nachdem die Kartoffeln gekocht sind, werden sie in Scheiben geschnitten und mit allen weiteren Zutaten vermischt. Ob man dabei Salzkartoffeln (diese werden ohne Schale in gesalzenem Wasser gekocht), oder Pellkartoffeln (mit Schale gekocht) verwendet, bleibt jedem selbst überlassen.

                                                                           

Unterschiedliche Zubereitungsarten des Kartoffelsalats

Die verschiedenen Zubereitungsarten und verwendeten Zutaten des Kartoffelsalats können sich aber auch innerhalb einer Region unterscheiden, sodass sich keine einheitlichen Arten des Zubereitens feststellen lassen. Lediglich die unterschiedlichen Familientraditionen oder Vorlieben der einzelnen Menschen sorgen für die vielfältigen Variationen des klassischen Salats. Wie schon erwähnt unterscheidet man bei der Zubereitung allgemein zwischen Kartoffelsalat mit oder ohne Mayonnaise.

Im Süden Deutschlands, in Österreich und sogar in manchen Teilen Kroatiens werden die Kartoffeln mit einer Marinade aus Essig, Öl, Fleischbrühe, Salz, Senf und Pfeffer vermischt. Variiert wird mit dem Hinzugeben von Zwiebeln, Knoblauch, Gurkenstückchen oder gebratenen Speckwürfeln. Die heißen Kartoffeln werden mit dem Sud übergossen und noch warm oder kalt gegessen. Der Kartoffelsalat wird in manchen Teilen Deutschlands wie dem Burgenland oder der Steiermark noch mit Kürbiskernöl, in Franken mit frischen, klein geschnittenen Kräutern wie Schnittlauch, verfeinert.

Kartoffelsalat: Mit oder ohne Mayonnaise?

In Norddeutschland und in Schlesien verwendet man statt der Marinade aus Brühe und Öl lieber ein mayonnaisehaltiges Dressing. Im Rheinland werden oft Gewürzgurken oder Äpfel hinzugefügt, um dem Gericht eine leichte Säure oder ein fruchtiges Aroma zu verleihen. Im rheinischen Kartoffelsalat wird Fleischwurst als weitere Zutat verwendet. Im Norden des Landes dominieren neben Varianten mit Äpfeln auch solche mit Ei, welches vorher hart gekocht und dann klein geschnitten hinzu gegeben wird. Dagegen werden im brandenburgischen Raum neben Gewürzgurken auch Radieschen oder sehr fein geschnittene Zwiebeln zum Verfeinern benutzt. Nach Belieben können auch Matjes und frische Kräuter oder sogar Bratenreste zum Salat gegeben werden. Als alternatives Dressing bietet sich statt der Mayonnaise auch ein cremiger Joghurt. Diese Variante wird gerne in der fettfreien oder Diätküche verwendet.

Kartoffelsalat erweist sich als sehr vielfältig: Ändert man ein oder zwei Zutaten ab, wechselt das leckere Gericht schnell seine Nationalität. So bekommt man eine schwedische Variante, sobald mal Dill und Lachs hinzugibt. Unter einem mediterranen Kartoffelsalat versteht man einen südlich angehauchten Salat, in welchem Rucola, Tomaten, Knoblauch, kalt gepresstes Olivenöl, Balsamico und getrocknete Tomaten enthalten sind. Die spanische Kartoffelsalat-Variante nennt sich “Ensalada Rusa”, was übersetzt soviel wie “Russischer Salat” heißt (auch als sogenannter Oliviersalat bekannt) und eine beliebte Tapas des Landes ist. In diesen Salat gehören klassischerweise Erbsen, Thunfisch, Mayonnaise, Crème Fraîche und Zitronensaft.

                                                                                      

Schwäbischer Kartoffelsalat: So wird er richtig zubereitet

Der wohl bekannteste aller Kartoffelsalate in Deutschland ist der Schwäbische Kartoffelsalat, welcher regional auch als Ebira Salat bekannt ist. Bei der Zubereitung werden die Kartoffeln zunächst gegart, leicht abgekühlt und  dann warm gepellt. Sobald diese abgekühlt sind, werden sie in circa 0,5 cm dicke Scheiben geschnitten. Anschließend gibt man fein geschnittene Zwiebeln in stark erhitzte Brühe, würzt alles mit Essig, Senf, Pfeffer, Salz und Zucker. Die heiße Marinade wird über die Kartoffeln gegossen und eine Stunde zum Ziehen zur Seite gestellt. Zum Schluss wird das Öl hinzugegeben und erneut mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, und siehe her: Fertig ist der schwäbische Kartoffelsalat! Als leicht abgewandelte Variante bietet sich das Hinzugeben einer halben, gewürfelten Salatgurke, einem gekochten Ei, kross gebratenen Speckwürfeln und frischen Kräutern wie Dill oder Petersilie.

Kartoffelsalat: So haben Sie ihn noch nie gegessen

Hier finden Sie ein paar interessante Anregungen zu Kartoffelsalat-Rezepten, von denen Sie möglicherweise noch nie gehört haben!

Den schwäbischen Kartoffelsalat aufpeppen

Als sehr interessante Alternative zum klassischen Kartoffelsalat mit Brühe (Schwäbischer Kartoffelsalat) bietet sich das Hinzugeben von gebratenen Garnelen, Zitronensaft (alternativ geht auch Limetten-Saft), Knoblauch und reichlich Petersilie. So bekommt der Salat eine sehr interessante und frische Note.

Ein mediterraner Kartoffelsalat

Ein heißer, mediterraner Kartoffelsalat gefällig? Kein Problem, mit dieser Variation: Man gebe klein geschnittenes Gemüse, Forellenfilets und Kräuter wie Rosmarin und Thymian zu einem Kartoffelsalat mit einer sahnigen Marinade und füllt alles in eine Auflaufform. Die Masse wird mit geriebenem Käse nach Wahl, sowie mit Sonnenblumenkernen in den Backofen gegeben und überbacken bis der Käse knusprig braun ist.

Kartoffelsalat nach asiatischer Art

Man kann ebenfalls einen Kartoffelsalat mit asiatischen Zutaten zaubern. Ein Dressing aus Reisessig (50 ml) und Fischsauce (1 EL) bietet einen guten asiatischen Grundgeschmack. Zutaten wie Knoblauch, Chili, Zitronengras, Ingwer, helle Sojasauce und Sweet-Chili-Sauce verfeinern den asiatischen Kartoffelsalat.

Kartoffel-Mango Salat mit scharfem Hähnchen

Den Kartoffelsalat mal überraschend anders mit Mango und rohem Fenchel, welche den Salatklassiker zum Exoten machen. Die Hähnchenfilets werden mit Curry und Koriander gewürzt.

 

 

Hier sind 18 weitere Kartoffelsalatrezepte: