Saisonkalender August: Dieses Obst und Gemüse hat jetzt Saison
Abends um acht ist es noch hell genug, um in Ruhe die Kiste auszupacken, und auf der Arbeitsplatte liegen zwei Zucchini, die über das Wochenende zu Keulen geworden sind. Daneben Tomaten in drei Farben, eine Handvoll Bohnen, ein Bund Möhren mit Grün. August ist der Monat, in dem das deutsche Feld praktisch alles gleichzeitig abliefert und die Küche kaum hinterherkommt. Wer wissen möchte, was jetzt wirklich Saison hat, findet hier die Übersicht für diesen Monat: was aus dem Freiland kommt, was aus dem geschützten Anbau stammt, wie wenig gerade aus dem Lager kommt und was diese Woche tatsächlich in der Bauerntüte steckt.
August-Gemüse im Überblick
Beim Fruchtgemüse ist der August der Höhepunkt des Jahres. Tomaten stehen in voller Ernte, von der Cocktailtomate bis zur Fleischtomate, und schmecken jetzt so intensiv wie in keinem anderen Monat. Gurken liefern durchgehend, Paprika färbt sich von Grün über Gelb nach Rot, Auberginen kommen in nennenswerten Mengen. Dazu Zuckermais, der ab Mitte August erntereif wird, sowie Busch- und Stangenbohnen in ihrer stärksten Phase. Die Zucchini wächst so schnell, dass sie zweimal pro Woche geschnitten werden muss, weshalb sie in dieser Zeit in fast jeder Kiste liegt. Erbsen dagegen sind weitgehend durch, ihre Freilandsaison endet meist im Juli.
Beim Kohl beginnt jetzt die Ernte der Sommersorten: Blumenkohl und Brokkoli stehen in guter Qualität, dazu Spitzkohl, junger Weißkohl, Rotkohl und Wirsing. Kohlrabi ist zart und mild, die Blätter lassen sich mitverwenden. Aus dem Boden kommen Bundmöhren mit frischem Grün, Rote Bete in kleinen, gut schälbaren Knollen, Rettich, Radieschen und Staudensellerie. Knollensellerie startet erst gegen Ende des Monats und braucht danach noch Zeit, um Größe zu bekommen.
Bei den Blattsorten liefern Kopfsalat, Eisbergsalat und Batavia zuverlässig, ebenso Mangold, der die ganze Saison über durchhält. Spinat dagegen kommt im Hochsommer nur vereinzelt, er mag die langen, warmen Tage nicht und schießt schnell in die Blüte. Seine zweite große Welle folgt erst im September. Zwiebeln werden im August geerntet und anschließend zum Trocknen ausgelegt, Lauchzwiebeln und Sommerlauch stehen frisch auf dem Feld. Kartoffeln kommen aus der laufenden Ernte, dünnschalig und mit dem typisch frischen Geschmack, den sie nach ein paar Monaten Lager so nicht mehr haben.
August-Obst im Überblick
Das Steinobst bestimmt den Monat. Pflaumen und Zwetschgen kommen ab August in Hauptsaison, dazu Mirabellen und Renekloden, deren Zeitfenster kurz ist und meist Mitte bis Ende August wieder schließt. Süßkirschen laufen mit den späten Sorten in den ersten Augusttagen aus, Sauerkirschen sind in der Regel schon durch.
Bei den Beeren gibt es die größte Vielfalt des Jahres. Brombeeren stehen in voller Ernte, Himbeeren liefern über die Herbstsorten weiter, Heidelbeeren aus deutschem Anbau reichen bis in den September hinein. Johannisbeeren und Stachelbeeren machen dagegen Schluss, ihre letzten Mengen kommen Anfang August. Erdbeeren aus der klassischen Hauptsaison sind vorbei, nur immertragende Sorten liefern noch kleinere Erträge bis in den Herbst.
Beim Kernobst startet die neue Ernte. Frühe Apfelsorten wie Klarapfel, Discovery oder Delbarestivale sind ab August reif, sie schmecken frisch und säuerlich, halten sich aber nur wenige Tage, weil sie nicht für das Lager gezüchtet sind. Erste Birnen folgen ab Mitte bis Ende August mit Sorten wie Williams Christ. Gegen Monatsende kommen Holunderbeeren und Aronia dazu. Holunderbeeren müssen vor dem Verzehr erhitzt werden, roh führen sie zu Übelkeit; Aronia ist roh essbar, aber so herb, dass sie meist zu Saft oder Mus wird. Deutsche Weintrauben brauchen dagegen noch ein paar Wochen, die frühen Sorten reifen frühestens in den letzten Augusttagen.
Was jetzt aus deutschem Anbau kommt und was aus dem Lager
Der August ist der Monat mit dem geringsten Lageranteil im ganzen Jahr. Fast alles, was in der Kiste liegt, wurde innerhalb weniger Tage vor der Lieferung geerntet. Kartoffeln stammen aus der frischen Ernte und nicht aus dem Kühllager, Zwiebeln liegen höchstens ein paar Wochen zum Nachtrocknen, Möhren kommen als Bundware direkt vom Feld. Die Lageräpfel der vergangenen Saison sind zu diesem Zeitpunkt aufgebraucht, die ersten Frühsorten der neuen Ernte rücken nach. Wer im Winter liest, dass Kohl und Wurzelgemüse aus dem Lager stammen, findet im August also das Gegenbild.
Eine zweite Unterscheidung ist im Hochsommer wichtiger als der Lagerbestand: Ein erheblicher Teil des deutschen Fruchtgemüses wächst im geschützten Anbau, also unter Glas oder Folie. Das gilt vor allem für Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen. Deutsche Freilandtomaten gibt es, sie bleiben aber die Ausnahme, weil sie bei Regen schnell aufplatzen und anfällig für Krautfäule werden. Geschützter Anbau ist deshalb kein Etikettenschwindel, sondern die Voraussetzung dafür, dass diese Sorten überhaupt aus der Region kommen können. Freilandware im engeren Sinn sind im August dagegen Bohnen, Zuckermais, Kohl, Wurzelgemüse, Kartoffeln, Zwiebeln und praktisch das gesamte Obst.
Drei Rezeptideen für August-Gemüse
Sugo aus überreifen Tomaten. Tomaten grob würfeln, mit Zwiebel, Knoblauch und Olivenöl bei mittlerer Hitze 40 bis 50 Minuten offen einkochen lassen, bis die Masse deutlich eingedickt ist, dann mit Salz und etwas Zucker abschmecken. Genau die zu weichen Exemplare, die sich nicht mehr für den Salat eignen, geben hier das beste Ergebnis. Heiß in Gläser gefüllt hält sich das Sugo bis in den Winter.
Gefüllte Zucchini mit Zuckermais und Bohnen. Große Zucchini längs halbieren, aushöhlen, das Fruchtfleisch mit Maiskörnern, blanchierten Bohnen und gehackten Kräutern mischen, zurück in die Hälften füllen und bei 190 Grad etwa 25 Minuten backen. Eine gute Verwendung für die Zucchini, die man zwei Tage zu spät entdeckt hat.
Mangold-Kartoffel-Pfanne. Kartoffeln in Scheiben vorgaren, die Mangoldstiele klein schneiden und getrennt von den Blättern anbraten, weil sie länger brauchen. Blätter erst zum Schluss unterheben, bis sie zusammenfallen, dann mit Zitrone und schwarzem Pfeffer abschmecken. Ein Gericht aus einer Pfanne, das mit dem auskommt, was ohnehin da ist.
Die Augustfrage ist damit weniger, was es gibt, als wohin damit. An der Menge, die jetzt gleichzeitig reif wird, kommt ein Haushalt kaum vorbei. In einem Betrieb sieht das anders aus: Was zu Hause drei Tage auf der Arbeitsplatte liegt, ist in einer Teeküche bis zum Nachmittag weg. Genau dafür gibt es Firmenobst, also Obstkörbe fürs Büro, die wir im Rheinland mit eigenen Fahrern ausliefern. Was im Korb liegt, richtet sich auch dort nach der Saison, und die gibt im August mehr her als in jedem anderen Monat.
Was diese Woche in der Bauerntüte steckt
In einer typischen August-Kiste liegen gerade Tomaten in mehreren Sorten, Zucchini, eine Gurke, Bundmöhren mit Grün, junge Kartoffeln, grüne Bohnen, ein Kohlrabi oder ein Spitzkohl und beim Obst Pflaumen, Brombeeren oder frühe Äpfel. Was genau ankommt, entscheidet die Ernte der jeweiligen Woche, und im August ändert sich das schnell, weil bei warmem Wetter innerhalb weniger Tage neue Sorten reif werden. Genau darin liegt der Unterschied zu einem Regal, das im Januar aussieht wie im Juli: Die Kiste zeigt, was gerade tatsächlich wächst.
Versendet wird deutschlandweit per DHL, dienstags bis donnerstags, mit Zustellung ein bis drei Werktage nach dem gewählten Versandtag. Empfindliche Ware wie Brombeeren oder sehr reife Tomaten kommen am besten zuerst in die Küche.
Ausblick September
Im September wird die Auswahl nicht kleiner, sie verschiebt sich. Tomaten, Zucchini und Paprika liefern noch, verlieren aber mit den kühleren Nächten an Ertrag. Zwetschgen kommen in die breiteste Phase, Äpfel gehen von den Frühsorten in die Hauptsorten über, Feldsalat und Spinat starten in ihre zweite Saison. Und die ersten Hokkaido-Kürbisse lösen ab, was im August noch nach Sommer aussah.
Häufige Fragen zum August-Saisonkalender
Was hat im August besonders viel Saison?
Tomaten, Zucchini, Gurken, Bohnen und Zuckermais stehen im August in ihrer stärksten Phase, dazu kommt beim Obst das gesamte Steinobst mit Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen sowie Brombeeren und Heidelbeeren. Es ist der Monat mit der größten Sortenvielfalt aus deutschem Anbau.
Gibt es im August schon Kürbis?
In der Regel erst gegen Monatsende und dann nur in kleinen Mengen bei frühen Sorten wie Hokkaido. Die eigentliche Kürbissaison mit Butternut, Muskatkürbis und den großen Speisekürbissen beginnt im September und läuft bis in den November.
Kommt im August überhaupt etwas aus dem Lager?
Sehr wenig. Zwiebeln liegen nach der Ernte einige Wochen zum Nachtrocknen, ansonsten stammt fast alles aus der laufenden Ernte.
Sind Erdbeeren im August noch Saison?
Die klassische Erdbeersaison endet in Deutschland meist Ende Juli. Im August liefern nur noch immertragende Sorten, und zwar in deutlich kleineren Mengen. Größere Mengen im Angebot stammen dann meist aus dem Import.
Wer nicht jede Woche selbst zusammenstellen möchte, was gerade Saison hat, bekommt diese Auswahl automatisch geliefert: Mit dem Abo für die regionale Gemüsekiste kommt das August-Gemüse ohne eigenes Zutun ins Haus, jede Woche neu zusammengestellt nach dem, was gerade geerntet wird.




Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!